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von Till Frommann







Donnerstag, 31. Mai 2007

In meiner Schulzeit hasste ich wie wahrscheinlich viele andere auch das Fach Mathematik. Zahlen! Widerlich. Und noch heute mag ich es nicht, irgend etwas mit Zahlen zu schreiben, stndig denke ich, die Zahlen seien falsch. Und wenn ich Zahlen erfrage, berprfe ich noch drei, vier, fnf Mal, ob ich mir diese richtig notiert habe.

Sprache ist halt cooler als Ziffern, Zahlen, Grundrechenarten, Wurzelziehen und Kurvendiskussionen. Wer sein Leben lang nur Zahlen vor sich hat, kann irgendwann nicht mehr sprechen, kann irgendwann nur noch grunzen. Und wer nur Buchstaben, Worte, Magazine, Zeitschriften vor sich hat, kann irgendwann ganz einfach nicht mehr rechnen. Das ist eigentlich der einzige Nachteil.

Heute luft um 22 Uhr 15 die Serie „Numb3rs – Die Logik des Verbrechens“. Ich habe mir noch keine einzige Folge davon angesehen, denn es geht darin, wie schon der Titel sagt, um, jaja, Zahlen.





Mittwoch, 30. Mai 2007

Ich bin nicht merkwrdig. Oder bin ich es doch? Eigentlich bin ich vollkommen normal: Ich habe ganz normal oft schlechte Laune (okay, ich habe viel zu oft viel zu schlechte Laune). Ich rede ganz normales Smalltalkzeug (okay, manchmal rede ich bermig viel Schwachsinn). Ich bin normal, jawohl – mit kleinen Abstrichen, aber so ist das doch bei jedem Anwrter auf die Staatsauszeichnung fr Brger mit unaufflligem Normalittsverhalten.

Heute luft um 20 Uhr 15 „Unglaublich! Die Show der Merkwrdigkeiten“ auf RTL.

Und wer hat eigentlich behauptet, dass ich berhaupt normal sein mchte? So ein wenig Irrsinn ist doch, hahaha, hihihi, ganz wunderbar.





Dienstag, 29. Mai 2007

Was ist sinnlos? Sinnlos ist es zum Beispiel, sich darber zu beklagen, wie ach wie schlimm es einem doch gehen wrde, wie bitterlich schrecklich die Welt ist und wie viel Pech man in seinem Leben hatte. Heute mache ich mich nach all meinem ganzen Gejammer in letzter Zeit unglaubwrdig und erklre mich zu einem Optimisten: Die Welt ist gut. Jawohl.

Ab heute hre ich auf, herumzuwinseln und mich in Selbstmitleid zu baden. Alles ist gut. Die Welt ist gut. Und ich – bin natrlich auch super. Ich bin verdammtnochmal zufrieden mit allem, der Welt und mir.

Was jedoch noch sinnloser ist, als mich selbst schlecht zu reden und das, was ich bereits alles erreicht habe, wre es, die bescheuerte, dmlich und leidlich zu ertragende Komdie „Senseless“ um 20 Uhr 15 auf Kabel 1 anzusehen. Dann lieber winseln und in Selbstmitleid baden. Davon htte man wenigstens noch etwas.





Kolumne: Zahnrzte und der Zahn der Zeit

Frher hatte ich „naturgesunde Zhne“, wie es mein damaliger Zahnarzt ausgedrckt hatte. Diese Zeiten sind schon lange vorbei: Ich bin lter geworden, und auch an meinen Zhnen nagt der Zahn der Zeit – oder besser gesagt: Karies. weiter





Montag, 28. Mai 2007

Wenn ich morgens zur Arbeit fahre oder wenn ich – aus welchen Grnden auch sonst, denn da gibt es nicht viele – das Haus verlassen sollte, stehe ich quasi vor zwei Dnerlden mit seltsamen Namen. Der eine trkische Imbiss heit „Mega Dner“, und dort gibt es gegen einen kleinen finanziellen Aufschlag einen „Mega Dner“ mit mehr Fleisch, mehr Soe und mehr Salat. Der andere Dnerladen heit „Dnerstag“ – und jeden Donnerstag bekommt man zu seinem Dner ein Erfrischungsgetrnk gratis dazu.

Eigentlich habe ich etwas gegen Wortspiele in den Namen von Ladengeschften, und besonders bei Friseuren rege ich mich darber hin und wieder auf und sehe solche vermeintlichen Kreativlinge sehr kritisch: Je vermeintlich lustiger der Name, desto schlechter der Friseur. Einmal habe ich mich bei „Haarmonie“ verunschnippeln lassen, dieses Etablissement gibt es zum Glck nicht mehr. Jetzt lasse ich mir schon seit lngerem bei „Hair Killer“ die Haare, ja, stylen – denn diese Friseurkette hat (so der Slogan) „die Lizenz zum Stylen“. Trotzdem war ich bisher immer einigermaen zufrieden mit dem Ergebnis.

Bei Dnerlden ist mir ein kreativer Name weitestgehend egal – der Dner bei „Dnerstag“ schmeckt nmlich trotzdem sehr, sehr gut.

Heute luft um 20 Uhr 40 „Kebab Connection“ auf Arte.





Sonntag, 27. Mai 2007

Wenn ich mir die politischen Begebenheiten der letzten Jahre anschaue (Irak, Iran, Afghanistan, Russland, Amerika und so weiter und so fort) fhle ich mich wie in die Steinzeit versetzt. Auge um Auge, Zahn um Zahn quasi – aber, wenn ich es Recht bedenke, stammt dieses Zitat dann doch nicht ganz aus der Steinzeit, sondern ist aus einer ganz klein wenig jngeren Epoche.

Heute startet die ARD die vierteilige Doku-Reihe „Steinzeit – Das Experiment“ um 21 Uhr 45. Darin spielen politische Fhrer mit Massenvernichtungswaffen, erklren sich gegenseitig den Krieg und beschimpfen sich. Das Experiment dabei: Wird die Erde das berleben?

Ach nein, Unsinn. Das ist ja das, was man danach in den „Tagesthemen“ zu sehen bekommt. Bin ich doch glatt in der Zeile verrutscht. Entschuldigung.





Samstag, 26. Mai 2007

Actionfilme sehe ich seit gestern mit vollkommen anderen Augen. Eine Explosion erschreckt mich seitdem deutlich mehr, bei heien Feuermeeren muss ich daran denken, wie zerstrerisch Feuer doch auch im Alltag sein kann.

Gestern hatte mich nachmittags mein Mitbewohner auf der Arbeit angerufen – der Herd sei angestellt gewesen, es htte ein Feuer gegeben. Panik! Noch mehr Panik! Dann die Beruhigung: Alles sei noch einmal gut gegangen. Auf dem Herd hatte ein Topf gestanden, der glcklicherweise mit einem Deckel verschlossen war. Darin: Nudeln, die nach dem Brand styroporich und schwarz waren. Viel mehr war nicht passiert. Das Feuer war dank des Deckels grtenteils im Topf gewesen. Jetzt riecht unsere Wohnung nach verbranntem Holz. Eine Plastikleiste in der Kche ist leicht angekokelt. Aber es htte mehr passieren knnen: Die Wohnung htte abfackeln knnen, das Haus, die nebenstehenden Huser, hach, womglich die gesamte Stadt. Und das Schlimmste daran: Ich bin nicht hausratsversichert.

Wie gesagt: Feuer, Explosionen und Knallbummpeng in Actionfilmen sehe ich nun mit vollkommen anderen Augen. Heute werde ich also unter anderem nicht sehen: „Star Wars – Das Imperium schlgt zurck“ (Pro Sieben, 20 Uhr 15), „Behind Enemy Lines“ (Kabel 1, 23 Uhr 05) und auch nicht „Harte Jungs – Bad Boys“ (AXN, 22 Uhr 15).





Hintergrund: Leerstehende Huser / Eine Ortsbegehung

Auf den ersten Blick ist das Problem kaum zu erkennen. Ein schner Ort, denkt sich der Dorfbesucher: Saubere Straen, das Dorfwappen prangt eindrucksvoll auf einer Hausfassade, ja, sehr ordentlich alles. Kein Wunder, denn 2005 wurde einiges dafr getan, dass sich Bockenau dem Besucher von seiner besten Seite zeigt: Neu gestaltete Pltze, erneuerte Straen, neue Bume, neue Rasenflchen. Wo also ist das Problem? weiter