Bahnfahrtzeit, wieder einmal. Und was werde ich diesmal lesen? Voraussichtlich die “Zeit” – die vorigen Ausgaben des “Zeit Leben Magazin” (“Zeit Magazin Leben?”) sind wirklich unterhaltsam gewesen. Vielleicht werde ich “In einem anderen Buch” von Jasper Fforde lesen, der erste Teil dieser Romanserie ist wirklich unterhaltsam gewesen. Vielleicht kaufe ich mir aber auch wieder einmal die “Frankfurter Rundschau”, die Ausgaben nach dem Relaunch, die ich bisher gelesen habe, waren wirklich – wiederhole ich mich eigentlich? – unterhaltsam.
Vielleicht werde ich aber auch einfach nur dösen. Das letzte Mal, als ich geschlafen hatte, habe ich wirklich unterhaltsam geträumt.
Freitag, 15. Juni 2007
Donnerstag, 14. Juni 2007
Bin ich wütend? Nö. Bin ich ausgeglichen, entspannt und zufrieden mit allem? Ebenfalls nö. Aber irgendwas dazwischen wird es sein, also weder wütend, noch entspannt. Vielleicht fast ausgeglichen, aber nicht ganz. Vielleicht fast zufrieden, aber es fehlt etwas, ich weiß nur nicht, was.
I know the meaning of life, it doesn’t help me a bit.
Oder ich bin glücklich, aber will es nicht wahrhaben. Ach, was weiß ich denn.
My force of habit, I am an insect
and I must confess I’m very proud of that.
Heute läuft der Film “Wut” auf dem WDR. Angeblich soll er sehr empfehlenswert sein, und wahrscheinlich werde ich ihn sogar sehen, jedenfalls nehme ich es mir fest vor. Diesmal läuft er um 20 Uhr 15 – nach einer Blabla-Debatte hatte sich die ARD bei der Erstausstrahlung dazu entschlossen, den Film erst später am Abend zu zeigen. Wegen Jugendschutz und so weiter und so fort. Nun gut.
Kolumne: Benzin für 18 Karat
Es ist so eine Sache mit diesen horrenden Benzinpreisen: Autos sind immer mehr als Vermögensfresser anzusehen. Und zack, schon wabert unter Umständen viel vom Monatsgehalt in Form von Benzin im Tank herum. weiter
Mittwoch, 13. Juni 2007
Vor etwa drei Monaten hat mein Volontariat begonnen, und es ist ein guter Beruf, den ich mir ausgesucht habe. Es ist der beste Beruf für mich, den es geben kann, weil ich immer wieder merke, dass er mir Spaß macht – und das seit jetzt insgesamt über sieben Jahren. Gut, manchmal langweilt mich Alltägliches, aber so ist es nun einmal in jedem Job, und ich glaube, dass man im Journalismus relativ viele unalltägliche Alltage hat.
Heute laufen zwei Sendungen zu meinem derzeitigen Leben, die ich mir beide nicht anschauen werde – nämlich “Die 10 witzigsten Karrierestarts” (RTL, 20 Uhr 15) und “Ein Job – Deine Chance” (Sat 1, 21 Uhr 15).
Was für ein verdammter Alltag.
Dienstag, 12. Juni 2007
Ein Nachteil daran ist es, wenn man so egozentrisch ist wie ich es bin, dass man alles, aber auch alles auf sich bezieht und viel zu persönlich nimmt. Man denkt, dass die Menschen nur so niedergeschlagen und traurig sein müssen, weil man selbst irgend etwas Falsches gesagt oder getan haben könnte. Eigentlich müsste ich lernen, dass ich nicht an allem Schuld sein kann – aber leider werde ich es wohl nie lernen.
Zum Beispiel bin ich nicht Schuld an diesem miesen Fernsehprogramm. Heute finde ich wirklich nichts, was ich sehen wollen würde. Gut, das Dienstag-Abend-Standardprogramm werde ich wahrscheinlich eh wieder sehen, nämlich “Dr. House” und “Monk”, aber sonst? Fehlanzeige. Ich war´s nicht. Wirklich nicht. Ich bin nicht alle Programmplaner, das kann ich lautstark dementieren.
Und eigentlich bin ich ja auch ein guter, lieber und freundlicher Mensch, der niemandem etwas Böses tun will. Nein, wirklich. Ich bin nett.
Montag, 11. Juni 2007
Endlich ist mein selbst auferlegter Anti-Zynismus vorbei, und jetzt kann ich es ja nachtragend schreiben: Ich hasse “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”, bei Rosamunde Pilcher muss ich kotzen, und bei “Verstehen Sie Spaß?” verstehe ich absolut keinen Spaß. Volkstümliche Volksstücke im Fernsehen finde ich verdammt verachtenswert.
Wie befreiend es doch manchmal sein kann, seine aufgestaute Verachtung loswerden zu können. Nie wieder will ich auf Zynismus verzichten. Nie, nie wieder.
Aber vielleicht trotzdem unzynische, aber auch unoriginelle Fernsehtipps für heute: Ich mag es immer noch, mich von Quizsendungen berieseln zu lassen. Heute zum Beispiel könnte ich zwischen dem “Promi-Quiz-Taxi” auf Kabel Eins wählen oder dem Klassiker “Wer wird Millionär?” auf RTL, jeweils um 20 Uhr 15. Ebenfalls sehr empfehlenswert, um einfach mal abzuschalten und nichts, nichts, nichts, nichts, aber auch rein gar nichts denken zu müssen: Die Serie “Primeval – Rückkehr der Urzeitmonster” (Pro Sieben, 20 Uhr 15).
Sonntag, 10. Juni 2007
Ich schaffe es. Das Leben ist schön, und ich bleibe weiterhin ironiefrei. Aber nur noch jetzt, an diesem letzten Tag. Danach – also morgen – wird sich dieser aufgestaute Zynismus wieder wunderbar entladen können. Darauf freue ich mich schon jetzt.
Heute ist wieder Rosamunde-Pilcher-Zeit auf dem ZDF. 20 Uhr 15 heißt es “Melodie der Herzen”. Gut, dass heute noch nicht morgen ist, ansonsten wüsste ich, was ich dazu schreiben könnte. Und in Wirklichkeit ist heute auch überhaupt nicht heute, also Sonntag, sondern Donnerstag. Ja, das ist verwirrend. Und ja, ich schreibe manchmal mehrere Tage hintereinander weg.
So ist nun einmal manchmal das Leben: ein Beschiss nämlich. Und Mist, jetzt habe ich es auf den letzten Worten doch nicht geschafft, positiv, nicht zynisch und fröhlich zu bleiben.
Mist. Mist. Mist.
Wahrscheinlich hat mich die Medienwelt zu dem Zyniker gemacht, der ich jetzt bin. Natürlich. Die Medien haben nämlich immer Schuld.
Samstag, 9. Juni 2007
Darf ich nicht vielleicht heute doch ein bisschen zynisch sein? Irgendwas Bissiges, bitte. Eine böse Bemerkung, vielleicht über das Wetter? Schadet doch niemandem? Nicht. Nun gut. Dann halt nicht.
Heute läuft wieder einmal “Verstehen Sie Spaß?” mit Frank Elstner. Die Show ist nicht zynisch, aber meistens auch nicht lustig. Humor ist nicht, wenn alte Menschen in Gruppen lachen. Ich könnte jetzt (wenn ich dürfte) bösartige Dinge darüber schreiben, wie schrecklich diese gefühlten sieben Stunden Fernsehununterhaltung sind. Mache ich aber nicht. Erst ab übermorgen wieder.
Noch zwei Mal schlafen, dann darf ich wieder zynisch sein. Endlich.