auftrag medien. alles inklusive.

von Till Frommann







Texte aus der Kategorie "Meine Massenmedien und ich"

Wohlgeordnet

Fast alle Tagebucheintrge in richtiger Reihenfolge gibt es hier.





Dienstag, 2. Oktober 2007

Was ich manchmal hasse, sind diese Besserwisser, die alles, aber auch alles besser wissen. Manchmal bin ich selbst einer von diesen Menschen, und manchmal hasse ich mich dann halt selbst dafr.

Viel sympathischer sind doch die Menschen, die wissen, dass sie keine Ahnung haben („Keine Ahnung?“, Pro Sieben, 0 Uhr 10). Dass sie nichts wissen, aber wenigstens das einigermaen genau.

Ich hoffe, dass ich berwiegend nicht besserwisserisch bin – und das manchmal nicht nur auf Grund meiner Unwissenheit, sondern auch, weil ich manchmal halt wei, wann ich meine Klappe zu halten habe.

Jetzt zum Beispiel.

ENDE

PS: Ich werde mich jetzt mehr darauf konzentrieren, meinen Erfolgsroman zu schreiben. Vielen Dank frs Interesse.





Montag, 1. Oktober 2007

Seit ber einem halben Jahr wohne ich jetzt in Mainz, der Stadt des unaufgezwungenen Frohsinns. Was das fr ein Ort ist? Ich wei es nicht genau, weil ich die meiste Zeit in einer Auenredaktion gearbeitet habe, in einer anderen Stadt.

Leider fhle ich mich noch immer nicht – wie sagt man so schn? – wie zu Hause, vielleicht kommt das ja noch. Ach, was soll es denn. Es wird schon irgendwie.

Und der Begriff „Heimat“ wird sowieso viel zu sehr berschtzt. Hauptsache, die Nachbarschaft heit einen willkommen („Willkommen in der Nachbarschaft“ , RTL 2, 21 Uhr 15). Helau.





Sonntag, 30. September 2007

Heute im „Philosophischen Quartett“ (ZDF, 0 Uhr): „Wo bleiben unsere Brgerrechte?“

Dazu fllt mir ein, dass jeder das Recht hat, etwas falsch zu machen. Neulich zum Beispiel wollte ich eine Postkarte verschicken – weshalb auch nicht? Das macht man nun einmal so, wenn man verreist. Nur leider hatte ich es nicht geschafft, die Karte vom Urlaubsort, also aus Neapel, loszuschicken, sondern erst wieder hier, in Deutschland.

Am Automaten wollte ich eine 45-Cent-Briefmarke ziehen, hatte jedoch nur 50 Cent in meinem Portmonee finden knnen, deshalb gab es fnf Cent als Briefmarke zurck. Wechselgeld wre mir lieber gewesen. In meiner Vertrumtheit hatte ich die fnf Cent draufgeklebt, aber angekommen ist die Postkarte trotzdem, anscheinend hatte es der Postbote berhaupt nicht gemerkt.

Und die Moral? Verpeiltheit lohnt sich, selbst wenn man zwei Fehler hintereinander machen sollte – und Geld kann man damit anscheinend ebenfalls sparen.





Samstag, 29. September 2007

Wenn ich doch nur mehr an meine rationalen berlegungen und Einschtzungen glauben wrde, wre ich ganz bestimmt viel glcklicher. Mehr ist zu meinem Glck im Moment nicht zu sagen.





Freitag, 28. September 2007

Und nun: die Sinnfrage. Was mache ich hier eigentlich? Das knnte jetzt ein bisschen lnger dauern. Ich knnte andererseits aber auch schon nach ein, zwei Stzen gleich wieder die Lust daran verlieren, mir ber einen Grund fr das alles den Kopf zu zerbrechen. Ich bin gespannt.

Also.

Ich schreibe hier nun schon seit ein paar Monaten vorrangig ber mich und nachrangig tue ich so, als wenn ich Fernsehtipps geben wrde. In Wirklichkeit dienen die Titel der Sendungen einfach manchmal nur dafr, mir die Grundlage oder den Ansto fr ein mgliches Thema zu geben – worber knnte ich heute schreiben? Mal sehen, wie heien denn die Fernsehsendungen, die heute laufen?

Und dann schwanke ich „Zwischen Himmel und Hlle“ (Kabel Eins Classics, 15 Uhr 05), welcher Titel mir einen kreativen Schubser geben knnte.

Und wieviel gebe ich eigentlich von mir preis bei dieser eitlen Nabelschau? Nicht viel, finde ich. Denn was schreibe ich schon groartig? Wie es mir mal wieder schrecklich, gut oder fantastisch geht. Hin und wieder kleine, unbedeutende Anekdtchen.

Und nicht einmal als Stimmungsbarometer taugt das hier – nicht einmal die Frage „Wie geht es ihm denn heute, diesem komischen Kauz?“ beantwortet es nmlich, weil ich manchmal drei, vier Tagebucheintrge hintereinander wegschreibe. Dass dies ein Eintrag fr Freitag, den 28. September, ist, heit beispielsweise nicht, dass ich ihn auch am Freitag verfasst habe, sondern vielleicht schon am Mittwoch. Meine Laune knnte jetzt also schon wieder vollkommen anders sein.

Zurck zur Sinnfrage. Warum mache ich das hier? Knnte ich die Antwort bitte noch ein weiteres mal vertagen, bitte? Vielen Dank.





Donnerstag, 27. September 2007

Selbstmitleid zum Beispiel kann ich ganz gut. „Reiende Wasser“ (ZDF, 2 Uhr 05) voller Trnen laufen mir ber die Wangen, wenn ich daran denken muss, wie nichtsnutzig ich doch bin.

Hach ja. Was ist das alles schrecklich, furchtbar und schlimm.

Morgen werde ich an dieser Stelle darber nachdenken, was das hier berhaupt soll, und danach werde ich ungefhr sieben Stunden lang weinen, weil ich nach dem vielen Selbstmitleid nicht auch noch dieses Selbstzweifeln ertragen kann. Und bermorgen werde ich berschwnglich darber schreiben, wie schn die Welt ist und weshalb ich so glcklich bin.





Mittwoch, 26. September 2007

Wovor ich alles Angst habe: Ich habe Angst vor

– der Zukunft

– Arbeitslosigkeit

– dem Zahnarzt.

Ich bin ein richtiger Angsthase („Angsthasen“, ARD, 20 Uhr 15) Und manchmal frage ich mich: Muss das sein? Knnte ich das Leben nicht ein bisschen lockerer angehen? Du hast immerhin einen Job, sage ich mir. Du bist halbwegs glcklich, also hr auf, dir Sorgen zu machen. Und immer, wenn ich so denke, muss ich an diesen triefend positiven Buchtitel „Sorge dich nicht, lebe“ denken.

Und dann muss ich kotzen.