auftrag medien. alles inklusive.

von Till Frommann







Sonntag, 30. September 2007

Heute im “Philosophischen Quartett” (ZDF, 0 Uhr): “Wo bleiben unsere Bürgerrechte?”

Dazu fällt mir ein, dass jeder das Recht hat, etwas falsch zu machen. Neulich zum Beispiel wollte ich eine Postkarte verschicken – weshalb auch nicht? Das macht man nun einmal so, wenn man verreist. Nur leider hatte ich es nicht geschafft, die Karte vom Urlaubsort, also aus Neapel, loszuschicken, sondern erst wieder hier, in Deutschland.

Am Automaten wollte ich eine 45-Cent-Briefmarke ziehen, hatte jedoch nur 50 Cent in meinem Portmonee finden können, deshalb gab es fünf Cent als Briefmarke zurück. Wechselgeld wäre mir lieber gewesen. In meiner Verträumtheit hatte ich die fünf Cent draufgeklebt, aber angekommen ist die Postkarte trotzdem, anscheinend hatte es der Postbote überhaupt nicht gemerkt.

Und die Moral? Verpeiltheit lohnt sich, selbst wenn man zwei Fehler hintereinander machen sollte – und Geld kann man damit anscheinend ebenfalls sparen.





Samstag, 29. September 2007

Wenn ich doch nur mehr an meine rationalen Überlegungen und Einschätzungen glauben würde, wäre ich ganz bestimmt viel glücklicher. Mehr ist zu meinem Glück im Moment nicht zu sagen.





Freitag, 28. September 2007

Und nun: die Sinnfrage. Was mache ich hier eigentlich? Das könnte jetzt ein bisschen länger dauern. Ich könnte andererseits aber auch schon nach ein, zwei Sätzen gleich wieder die Lust daran verlieren, mir über einen Grund für das alles den Kopf zu zerbrechen. Ich bin gespannt.

Also.

Ich schreibe hier nun schon seit ein paar Monaten vorrangig über mich und nachrangig tue ich so, als wenn ich Fernsehtipps geben würde. In Wirklichkeit dienen die Titel der Sendungen einfach manchmal nur dafür, mir die Grundlage oder den Anstoß für ein mögliches Thema zu geben – worüber könnte ich heute schreiben? Mal sehen, wie heißen denn die Fernsehsendungen, die heute laufen?

Und dann schwanke ich “Zwischen Himmel und Hölle” (Kabel Eins Classics, 15 Uhr 05), welcher Titel mir einen kreativen Schubser geben könnte.

Und wieviel gebe ich eigentlich von mir preis bei dieser eitlen Nabelschau? Nicht viel, finde ich. Denn was schreibe ich schon großartig? Wie es mir mal wieder schrecklich, gut oder fantastisch geht. Hin und wieder kleine, unbedeutende Anekdötchen.

Und nicht einmal als Stimmungsbarometer taugt das hier – nicht einmal die Frage “Wie geht es ihm denn heute, diesem komischen Kauz?” beantwortet es nämlich, weil ich manchmal drei, vier Tagebucheinträge hintereinander wegschreibe. Dass dies ein Eintrag für Freitag, den 28. September, ist, heißt beispielsweise nicht, dass ich ihn auch am Freitag verfasst habe, sondern vielleicht schon am Mittwoch. Meine Laune könnte jetzt also schon wieder vollkommen anders sein.

Zurück zur Sinnfrage. Warum mache ich das hier? Könnte ich die Antwort bitte noch ein weiteres mal vertagen, bitte? Vielen Dank.





Donnerstag, 27. September 2007

Selbstmitleid zum Beispiel kann ich ganz gut. “Reißende Wasser” (ZDF, 2 Uhr 05) voller Tränen laufen mir über die Wangen, wenn ich daran denken muss, wie nichtsnutzig ich doch bin.

Hach ja. Was ist das alles schrecklich, furchtbar und schlimm.

Morgen werde ich an dieser Stelle darüber nachdenken, was das hier überhaupt soll, und danach werde ich ungefähr sieben Stunden lang weinen, weil ich nach dem vielen Selbstmitleid nicht auch noch dieses Selbstzweifeln ertragen kann. Und übermorgen werde ich überschwänglich darüber schreiben, wie schön die Welt ist und weshalb ich so glücklich bin.





Mittwoch, 26. September 2007

Wovor ich alles Angst habe: Ich habe Angst vor

- der Zukunft

- Arbeitslosigkeit

- dem Zahnarzt.

Ich bin ein richtiger Angsthase (“Angsthasen”, ARD, 20 Uhr 15) Und manchmal frage ich mich: Muss das sein? Könnte ich das Leben nicht ein bisschen lockerer angehen? Du hast immerhin einen Job, sage ich mir. Du bist halbwegs glücklich, also hör auf, dir Sorgen zu machen. Und immer, wenn ich so denke, muss ich an diesen triefend positiven Buchtitel “Sorge dich nicht, lebe” denken.

Und dann muss ich kotzen.





Dienstag, 25. September 2007

Zurück im Alltag. Willkommen zurück, wünscht mir das liebe Büro, der liebe Schreibtisch, der liebe Schreibtischstuhl und, ach ja, vielleicht sogar die lieben Kollegen.

Alltag. Wieder einmal. Das musste ja so kommen nach diesem schönen, spannenden, aber auch erholsamen Urlaub. Jetzt geht es weiter. Wieder einmal.

Erwähnte ich schon, dass jetzt wieder der Alltag für mich begonnen hat? Ach ja. Hatte ich bereits. Mehrfach. Mist.

Überleben im Alltag ist leichter, als eine Folge von “Survivor” (Pro Sieben, 22 Uhr 15) zu ertragen.





Samstag, 22. September 2007

Noch bis einschließlich Montag habe ich Urlaub. Ich fühle mich erholt und hoffe, dass diese Erholung bis zum nächsten Feiertag oder sogar bis zum nächsten Urlaub anhalten wird. Und wenn nicht? Versuche ich, mehr zu schlafen, weniger fernzusehen und wenigstens so zu tun, als sei ich entspannt.

Während meiner Urlaubstage in meiner Heimatstadt habe ich leider weniger Folgen von Fernsehserien gesehen als ich mir vorgenommen hatte – zu wenig “Sopranos”, aber dafür die erste Staffel der lohnenswerten Serie “Primeval” gesehen. Jetzt, nach diesem wunderbaren Cliffhanger, warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung.

Fernsehen ist Erholung. Aber auch Nicht-Fernsehen kann Erholung sein. Manchmal. Angeblich. Womöglich.