Es gibt nur das Falsche im Echten oder so ähnlich, aber im Fernsehen gibt es fast nur Falsches, und das Echte – falls es das denn dann doch noch geben sollte – kommt falsch und abgeschmackt rüber. Oder so ähnlich. Aber warum blöd-philosophisch dummdreist schlau tun?
Im Spielfilm “Agent Null Null Nix” (Kabel 1, 20 Uhr 15) spielt Bill Murray einen ahnungslosen Touristen, der denkt, dass er sich in der Inszenierung eines interaktiven Theaterstücks befinden würde – mit Agenten, Terror, Mord und Totschlag. Ist es aber nicht. Ist die Realität, die Wirklichkeit oder was man dafür hält. Ach ja, die Realität. Scheiß doch drauf.
Alles wirkt surreal. Alles wirkt ausgedacht. Aber alles ist Alltag. Armselig, alles.
Dienstag, 7. August 2007
Montag, 6. August 2007
Jetzt werde ich also wieder für ein paar Tage in einer sturmfreien Bude leben, wie man so schön sagt. Ich wohne mit einem Mitbewohner in einer Wohnung, und weil jetzt Urlaubszeit ist, ist er, natürlich, im Urlaub.
Ich nicht.
Ich bin fleißig.
Ich arbeite.
Jetzt bin ich also wieder alleine, aber was ändert das schon an meinem Wohngemeinschaftsalltag? Vom Essverhalten her? Nichts. Ich ernähre mich noch immer von Junkfood, Fertigpizza und anderem Fertigfraß, ob mein Mitbewohner nun da ist oder nicht, dafür ist die Wohnung aufgeräumt, denn ordentlich bin ich, entgegen jeglichem Männerklischee, schon.
Ich bin einer dieser “Männer allein daheim” (Kabel 1, 20 Uhr 15).
Kolumne: Beichte eines Betrügers
Ich bin ein Betrüger. Gerne würde ich mich als wunderbaren, großartigen, ehrlichen, herzensguten Menschen bezeichnen, aber seit gestern geht das nicht mehr – und wahrscheinlich bin ich schon immer solch ein Unmensch, solch ein halbseidener Gesetzesuntreuer gewesen. weiter
Sonntag, 5. August 2007
Es gibt nichts Ekligeres als “Kaffee, Milch und Zucker” (NDR, 23 Uhr 45). Kaffee trinkt man entweder schwarz, was eklig, aber nicht ganz so eklig ist oder (so wie ich ihn trinke) nur mit Milch. Aber wer wird da gleich so dogmatisch sein? Jeder nach seiner Fasson, sage ich immer, jeder nach seiner Fasson.
Und überhaupt trinke ich viel zu viel von dieser schwarzen (oder wie bei mir: hellbraunen) Plörre. Noch eine Tasse und noch eine Tasse und dann vielleicht noch eine weitere Tasse – dieser Zustand zwischen Aufgekratztheit und Müdigkeit ist nicht nur unerträglich für mich, sondern auch für meine Mitmenschen.
Unerträglich wie Kaffee mit Milch und Zucker. In meinem Falle jedoch ohne Zucker, was, wie gesagt, nicht ganz so unerträglich ist – zumindest, was den Geschmack anbelangt. Die Nebenwirkungen sind jedoch ähnlich.
Samstag, 4. August 2007
Menschen sind seltsam, man kann sie leider nicht alle in einen Topf schmeißen. Seltsam, dass sie alle so verschieden sind. Aber sie sind alle (alle!) seltsam. Sie haben alle (alle!) Macken, manche mehr, manche weniger. Ich mag Menschen, weil sie so seltsam sind und ich die meisten von ihnen nicht verstehe.
Wie denn auch? Ich verstehe ja nicht einmal mich selbst.
Kann es nicht einmal einfach sein im Leben? Kann ich nicht einmal, bitte nur ein einziges Mal etwas verstehen? Wahrscheinlich liegt es daran, dass sowieso niemand irgend etwas wirklich versteht, zum Beispiel den Sinn des Lebens, hat ihn jetzt endlich jemand herausgefunden, ich warte immer noch auf eine Benachrichtigung, vielen Dank, oder die Quantenphysik.
Zurück zu den Menschen. Vielleicht werde ich sie nach dem Konsum von “Menschen – das Magazin” (ZDF, 17 Uhr 45) besser verstehen. Ich fürchte jedoch, dass es dadurch nur noch unverständlicher wird.
Freitag, 3. August 2007
Ach, verdammt. Und wann ist noch gleich ein Mann ein Mann?
Am Mittwoch bin ich in eine Propellermaschine gestiegen, und ich hatte ein ganz klein bisschen Flugangst. Luftloch für Luftloch für Luftloch wurde es ein ganz klein bisschen besser. Nicht zu vergleichen mit einer dieser Nullachtfünfzehntouristenklasseflugmaschinen. Man spürt noch richtig, wie die Thermik gegen den Flieger drückt (oder wie auch immer, ich bin absolut kein Experte, was Physik und den, äh, Zauber des Fliegens anbelangt).
Ich habe nicht gekotzt, aber deshalb bin ich leider noch lange nicht “Der letzte der harten Männer” (Das Vierte, 22 Uhr 15). Wie auch immer: Ach, verdammt.
Donnerstag, 2. August 2007
Hauptsache, ich bin gesund, sage ich mir immer, und wenn es mir noch so beschissen geht. Zu viel Stress? Hauptsache, der Blutzuckerwert ist normal. Traurig und melancholisch? Hauptsache, ich habe keine unheilbare Krankheit. Einsam? Wenigstens bist Du nicht erkältet, sage ich mir dann immer.
Und dann beginne ich, zu husten. Zu niesen. Und die Rotze kriecht mir aus der Nase. Werde ich krank? Gut eigentlich, dass ich im Moment nicht viel Stress habe, dass ich nicht unheilbar krank bin und dass ich nicht einsam bin. Ja, ich kann sogar sagen, dass ich ein einigermaßen glücklicher Möchtergernhypochonder bin.
“Hauptsache gesund” läuft heute um 21 Uhr auf dem MDR. Es geht um die “Hausapotheke Garten”.
Mittwoch, 1. August 2007
Wir Männer sind einfach gestrickt. Aber so einfach, liebes DSF? Heute zeigst Du uns um 20 Uhr “Männer TV” mit höchst wahrscheinlich den üblichen Zutaten: Brüste, schnelle Autos und teure Uhren. Aber nein! Du enttäuschst uns einfach gestrickte Männer. Laut meiner Fernsehzeitschrift geht es heute nämlich stattdessen um die Currywurst.
Um Currywurst! Natürlich. Wir einfach gestrickten Männer lieben nun einmal Fett und einfache, unkomplizierte Nahrung. Eine Wurst. Pommes. Soße drüber. Currypulver. Toll.
Und in der nächsten Woche? Wird es doch hoffentlich um Döner Kebab gehen. Oder um Buletten. Oder Fertigpizza. Irgendwie doch sehr innovativ, dieses “Männer TV” auf DSF.