auftrag medien. alles inklusive.

von Till Frommann







Hintergrund: Internationaler Linkshändertag

Der Arbeitstag von Petra Pauly beginnt meistens mit Umräumarbeiten. “Eine Sache von Sekunden”, wie sie sagt. Die kabellose Computermaus positioniert die 42-Jährige auf dem Schreibtisch, und auch den Handscanner würde sie am liebsten links neben sich legen, doch das geht nicht, weil dieser – im Gegensatz zur Maus – eben nicht kabellos ist. weiter





Sonntag, 12. August 2007

Okay, ich gebe es zu: Wenn ich mit fast einer Flasche Wein intus drei Einträge in dieses Fernsehtagebuch schreibe, kommt nur melancholischer Murks dabei heraus. Beeindruckend finde ich hingegen, dass mir das Tippen immer noch gelingt.

Tipp.

Tipp.

Tipp.

Time is like a dream
And now, for a time, you are mine
Lets hold fast to the dream
That tastes and sparkles like wine


Freitag, Samstag und Sonntag sind nun also auch fast erledigt. Und das mit Wein. Worüber wollte ich noch gleich schreiben? Ach ja, die Realität im Fernsehen und den ganzen anderen Mist. Weshalb muss mich Alkohol nur immer so traurig und nachdenklich machen?

Who knows (who knows)
If its real
Or just something we´re both dreaming of
What seems like an interlude now
Could be the beginning of love


Also dann: Was ist wahr? Welches Gerücht stimmt? Was ist wirklich? Das herauszufinden ist Aufgabe der “MythBusters” (RTL 2, 17 Uhr), den “Wissensjägern”.

So. Also auch das erledigt. Die Realität im Fernsehen? Gibt es nicht. Reicht das als Fazit? Ja, das muss als Fazit reichen.





Hintergrund: “Wir können keine Ärzte stricken”

In der Region gibt es nur wenige Augenärzte. Wir sprachen mit Sigrid Ultes-Kaiser, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, und Torsten Erb, Abteilungsleiter Sicherstellung. weiter





Samstag, 11. August 2007

Als Kind hatte ich noch keinen Alkohol, um mir die Welt schön zu trinken.

Dabei ist sie doch eigentlich schön, die Welt. Ich müsste nur positiver denken. Ich werde es versuchen. Immer wieder.

Und dann läuft “Erdrutsch – Wenn die Welt versinkt” (RTL 2, 20 Uhr 15) im Fernsehen – und schon ist es aus mit dem Positivdenken. Mist.





Lokales: Der letzte Arbeitstag eines Arbeitsvermittlers

Das Gebäude des Arbeitsamts ist nicht besonders ansehnlich, aber wahrscheinlich gibt es hässlichere Verwaltungen. “Über dessen Schönheit möchte ich jetzt nicht reden”, erklärt Gerhard Welz, der diesen grauen Betonblock heute an seinem letzten Arbeitstag betreten hat, dann geht er in den Ruhestand. weiter





Freitag, 10. August 2007

Und natürlich wird die Welt enger mit jedem Tag, das ist doch überhaupt keine Frage. Und man muss die Welt natürlich nicht verstehen, um unglücklich zu sein. Und um glücklich zu sein erst recht nicht.

Man muss sich immer nur sagen, dass das alles nicht wirklich ist (obwohl man weiß, dass es in Wirklichkeit leider so ist und dass die Existenz kein Spiel ist). Womöglich ist die Realität dann besser auszuhalten. Aber natürlich ist sie das nicht.

You are sleeping, you do not want to believe.

Heute läuft um 23 Uhr 30 auf dem SWR “Der Kuhversteher – Wie man Rindvieh glücklich macht”. Viel wichtiger wäre es, dass ich glücklich werde. Obwohl – eigentlich bin ich es doch. Ich müsste nur die Laufrichtung ändern.





Donnerstag, 9. August 2007

Ich habe Kopfschmerzen, sehr, sehr starke, hämmernde Kopfschmerzen, dabei habe ich gestern überhaupt keine sieben bis neun “Tequila Sunrise” (Vox, 22 Uhr) getrunken. Wenn man Kopfschmerzen hat, spürt man, wie real alles ist. Alles ist so wirklich, so echt, weil man merkt, wie weh die Welt tun kann. Das schmerzt, das drückt, das macht ganz einfach ein ganz großes Aua.

Überhaupt merkt man erst, wie wirklich-wahrhaftig das alles ist, wenn man krank ist und vor Schmerzen schreit und schreit und schreit. Wenn der Schmerz einen daran erinnert, dass das alles kein Spiel (“Existence is only a game”) ist, sondern die traurige, schmerzhafte Wirklichkeit ist.

Wenn die Kopfschmerzen jetzt bitte aufhören könnten? Vielen Dank.





Mittwoch, 8. August 2007

Zur Hölle mit der Realität!

Ständig versucht das Fernsehen, uns Echtheit vorzugaukeln, zum Beispiel um 14 Uhr auf Pro Sieben bei “We Are Family! So lebt Deutschland”. So lebt Deutschland eben nicht. So sieht lediglich eine inszenierte Wirklichkeit aus.

“Entschuldigen Sie bitte”, könnte der Regisseur eine Protagonistin anpöbeln, “aber könnten Sie bitte ein wenig natürlicher und echter weinen? So nimmt Ihnen das der Zuschauer doch nun wirklich nicht ab.” Zurück auf die Anfangsposition, Ton läuft, Kamera läuft, und weiter geht es. Nicht, dass die Menschen Schauspieler wären, aber natürlich hat der Regisseur eine etwas andere Vorstellung der Wirklichkeit im Kopf, und da muss dann nun einmal leicht korrigiert werden.

Es muss besser als die Realität wirken, viel besser.

Ab 16 Uhr gibt es auf Kabel 1 “Abenteuer Alltag” – womöglich ebenfalls eine inszenierte Wirklichkeit mit Unechtheitszertifikat? Und um 21 Uhr 15 auf RTL: “Unser neues Zuhause”.

Das einzige, was man über die Wahrheit im Fernsehen sagen kann, ist lediglich, dass sie irgendwo da draußen sein muss. Oder auch nicht. Wer weiß das schon so genau. Also nicht einmal das kann ich behaupten. Die Wahrheit versteckt sich aber auch wirklich viel zu gut.