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von Till Frommann







Donnerstag, 19. April 2007

Poker habe ich noch nie um Geld, Haus und Hof gespielt, was nicht nur daran liegt, dass ich kaum Geld, kein Haus und schon gar keinen Hof besitze. Meiner Großmutter habe ich zu ihrem Geburtstag Pokerchips und ein Kartenspiel geschenkt und (quasi als Event, wie es so schön auf neudeutsch heißt) passend dazu einen Pokerabend.

Anlass für das Geschenk war, dass meine Großmutter früher leidenschaftliche Pokerspielerin gewesen ist und auch heute noch auf DSF oder einem anderen Sportsender mit Begeisterung die Pokerübertragungen anschaut. Ich hatte mich bisher eigentlich immer darüber gewundert, ob es für diesen Sport, der doch eigentlich überhaupt keiner ist, überhaupt eine interessierte Zielgruppe gibt. Aber Poker ist anscheinend hoch im Trend. Onlinepoker. Pokern mit Freunden, Feinden, Bekannten und Arbeitskollegen. Und ob es immer noch diese geheimen und illegalen Pokertreffs in den Hinterzimmern verqualmter und versiffter Eckkneipen gibt?

Heute ab halb elf überträgt Pro Sieben zum vierten Mal „Die TV total Pokerstars.de-Nacht“. Keine einzige der vorigen Sendungen habe ich vollständig gesehen, immer habe ich hineingezappt, kurz zugeguckt und mich dann gefragt, wer dabei überhaupt zusieht. Ist das so spannend, irgendwelchen Menschen beim Pokern zuzusehen? Nö, dachte ich mir immer wieder. Ist es nicht.

Der Pokerabend mit meiner Oma steht leider immer noch aus, aber ich freue mich schon jetzt darauf. Im Fernsehen übertragen wird er Gott sei Dank nicht.